Parkplätze
retten!

Ja zur Bonner Verkehrswende,
aber durchdacht.

Parkraum sichern

Für die Erreichbarkeit von Gewerbestandorten sind Parkplätze in unmittelbarer Nähe zu Betrieben, Geschäften und Kunden unverzichtbar. Kunden sollten das für sie attraktivste Verkehrsmittel und damit bei Bedarf auch den Pkw wählen können. Das Parken in unmittelbarer Nähe zum Einzelhandel ist deshalb wünschenswert. Gleichzeitig sollten auch für Handwerksbetriebe und andere Unternehmen, die auf Kfz angewiesen sind, Parkmöglichkeiten in der Nähe von Betrieben und Kunden in ausreichender Anzahl vorgehalten werden.

Das sagen die Betroffenen

Die täglichen Staus sind für mich Arbeitszeit, die keiner bezahlt.

Michael Linde 

Zimmerei Linde 

Ich bin täglich zu unseren Kunden unterwegs, oft mit schwerem Gerät. Ein reibungsloser Verkehr wäre toll, ist aber leider nie möglich. Die vielen Staus in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis verursachen nicht nur zeitliche Probleme, sondern auch höhere Fahrt- und Logistikkosten, die wir am Ende auf den Kunden umlegen müssen. Ich überlege mittlerweile schon, ob ich überhaupt noch Kundschaft in Richtung Meckenheim annehmen soll, weil der Verkehr dorthin eine einzige Katastrophe ist. Das größte Problem ist in meinen Augen die schlechte Koordination aller Baumaßnahmen.

Unsere Kunden kommen 30 bis 40 Minuten zu spät, weil sie im Stau stecken!

Belgin Özdemir

Friseursalon Belgin Özdemir

Meistens ist das so, dass die Kunden zu ihren Terminen mehr als 30-40 Minuten zu spät kommen, weil sie zu lange im Stau stecken. Nachmittags nach Bonn reinzufahren ist einfach nicht möglich. Bonn hat viel mehr zu bieten als das Verkehrschaos. Deswegen sollten wir in die Richtung, dass Bonn für alle attraktiv bleibt. Dass die Leute zu uns wollen, nicht woanders hin. Klar muss sich etwas ändern. Auch Radwege brauchen wir, auch Fußgängerbereiche und auch frische und saubere Luft – aber es muss durchdacht sein.

Wir brauchen eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Politik und allen Beteiligten.

Bernd Rott

Stadtbrotbäcker Rott GmbH, Bonn

Als Vertreter des Handwerks fordere ich, dass unsere Stimmen gehört werden. Wir benötigen angemessene Parkmöglichkeiten vor Ort, um effizient arbeiten zu können. In den letzten Gesprächen mit der Stadt wurde die Möglichkeit eingeräumt, mehr Wirtschaftsparkplätze zu schaffen, jedoch ist die aktuelle Anzahl nicht ausreichend. Es bedarf weiterer Maßnahmen, um die Attraktivität der Innenstadt zu steigern und sicherzustellen, dass Kunden gerne vor Ort einkaufen. Die Politik muss mehr tun, um diese Bedürfnisse zu erfüllen und ein positives Umfeld für Unternehmen und Kunden zu schaffen, denn Bonn ist eine absolut lebenswerte Stadt.

Wir brauchen in Bonn ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen allen Verkehrsteilnehmern.

Thomas Radermacher

Kreishandwerksmeister Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg

Die Kampagne Vorfahrt Vernunft steht dafür, die Verkehrswende mit Vernunft und Blick für die Realitäten durchzuführen. Das Auto ist und bleibt ein unverzichtbares Verkehrsmittel, insbesondere für unsere Unternehmen und wir brauchen ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen allen Verkehrsteilnehmern. Es ist furchtbar nervig, nach Bonn zu fahren und täglich viel Zeit damit zu verbringen, im Stau zu stehen. Wir verschwenden jeden Tag 2-3 Stunden pro Mitarbeiter im Stau. Das ist nicht nur lästig, sondern auch teuer.

Weniger Ladezonen bringen nichts. Erst recht keine Getränke!

Michael Küster

Getränkeservice Vendel 

Wir sind mit unserem Getränke-Lieferservice täglich in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis unterwegs. Die Fahrt mit dem Transporter und Lkw ist ein wichtiger Bestandteil unseres Berufs. Nicht nur, dass wir durch den ewigen Stau und die vielen Baustellen viel zu spät bei unseren Kunden ankommen. Auch die nicht vorhandenen Ladezonen erschweren die Anlieferung extrem. Oft werde ich aufgefordert, wegzufahren, auch wenn ich gerade 30 Kästen ausladen muss. Besonders in der Maxstraße, in der Kölnstraße oder der Bornheimer Straße ist es schlimm. Aber auch in vielen anderen Straßen.

Nicht parken können und dazu der Bonner Verkehr – echte Pflegefälle.

Katharina Kierat 

Bonner Pflegedienst 

Ohne die Fahrt mit dem Auto ist meine Arbeit unmöglich. Ich bin täglich mit dem Fahrzeug unterwegs, um mich um meine Pflegebedürftigen zu kümmern. Pflege passiert an 365 Tagen im Jahr. Es ist fast unmöglich, die ohnehin schon viel zu kurz bemessene Zeit für die Pflege zu nutzen. Selbst ein Kurzbesuch zur Verabreichung von Medikamenten oder für eine Insulinspritze wird zum Problem. Auch hierfür muss ich mein Auto irgendwo legal abstellen können. Und um beim nächsten Patienten halbwegs pünktlich zu erscheinen, muss ich mich wieder beeilen, und der Stress geht wieder von vorne los. Ich versorge Menschen, die sich auf mich verlassen müssen. Die Verkehrslage macht dies nahezu unmöglich.

Baustellen müssen sein, warum alle auf einmal?

Roger Eggemann 

Spedition Mathias Düren  

Ich bin sehr oft für unsere Spedition im Bonner Raum und im Rhein-Sieg-Kreis unterwegs – zumindest versuche ich es. Mittlerweile fahre ich morgens viel früher los als sonst, um einigermaßen pünktlich bei unseren Kunden anzukommen. Im Stau auf der A562 stehe ich täglich. Die vielen Baustellen in Bonn sind der absolute Wahnsinn. Mit dem Lkw kommen wir da kaum durch, so dass wir fast nur noch mit dem Kleintransporter ausliefern. Dadurch sind dann aber zusätzliche Fahrten notwendig.

Unsere Forderungen:

  • Parkplätze für Wirtschafts- und Kundenverkehr ausbauen

    Neben dem ÖPNV und dem Fahrrad muss für die Erreichbarkeit von Geschäften, Betrieben und Kunden auch daran gedacht werden, genügend öffentliche Parkmöglichkeiten bereitzustellen. Kunden sollten das für sie attraktivste Verkehrsmittel wählen können. Handwerksbetrieben und anderen Unternehmen, die auf den Pkw angewiesen sind, sollte die schnelle Erreichbarkeit von Betrieben und Kunden nicht erschwert werden. Öffentliche Parkmöglichkeiten haben für 67 Prozent der befragten Betriebe eine hohe Bedeutung.

    Der stationäre Einzelhandel unterliegt vielfältigen Herausforderungen, unter anderem dem Wachstum des Online-Handels und den Einschränkungen während der Corona-Pandemie. Das Ergebnis sind Frequenz- und Umsatzrückgänge sowie Leerstände in den Innenstädten, auch in Bonn. Für viele Ladeninhaber ist es daher unverständlich, dass ihre Erreichbarkeit nun auch noch durch den Wegfall von Parkplätzen eingeschränkt werden soll. Gleichzeitig bemängeln einige aufgrund der Kappung des Bonner Cityrings eine wenig intuitive Verkehrsführung, die das Erreichen der Parkhäuser und somit auch der Geschäfte erschwert. Daher fordert Vorfahrt Vernunft, dass die Innenstädte als Erlebnisraum von Handel, Gastronomie und Kultur mit allen Verkehrsarten uneingeschränkt erreichbar bleiben. Dazu gehört auch das Angebot ausreichender nahegelegener Parkmöglichkeiten für zum Beispiel Kunden, die auf den Pkw angewiesen sind.

    Damit Kunden den Einzelhandel erreichen können, ist der Ausbau von ÖPNV und Fahrradinfrastruktur wichtig und wird durch Vorfahrt Vernunft unterstützt. Andererseits sind die Einzelhändler sowie andere Unternehmen und Handwerksbetriebe auf Pkw und Lkw angewiesen und können in den meisten Fällen nicht auf Alternativen ausweichen. Der Wegfall von Parkmöglichkeiten hat zur Folge, dass Kraftfahrzeuge länger nach Parkplätzen suchen müssen, wodurch zusätzlich Emissionen, Zeitverlust und Stress entstehen können. Insbesondere Handwerksbetriebe, die Aufträge im gesamten Stadtgebiet haben, leiden unter dem Wegfall von Parkmöglichkeiten. Der Parkdruck und die Konkurrenz zu den Anliegern steigen. Auf nur kurzzeitig nutzbare Liefer- und Ladezonen können gewerbliche Fahrzeuge nicht ausweichen, da sie einen Parkplatz für die gesamte Dauer ihres Auftrags benötigen. Neben Verspätungen durch die Parkplatzsuche und daraus folgenden höheren Anfahrtskosten könnten Aufträge durch Handwerksbetriebe in bestimmten Stadtteilen abgelehnt werden.

  • Parkalternativen bei Wegfall schaffen

    Pkw-Parkplätze in der Nähe von Geschäften sind für viele Kunden weiterhin eine Notwendigkeit, damit sie einen Laden aufsuchen. Laut der in Bonn 2022 durchgeführten Passantenumfrage „Vitale Innenstädte“ nutzen etwa ein Drittel der Befragten das Auto, um den Einkaufsort zu erreichen. Der Pkw ist damit weiterhin ein wichtiges Verkehrsmittel. Zudem geben Kunden, die mit dem Pkw anreisen, durchschnittlich mehr Geld im Geschäft aus als ÖPNV- oder Fahrradnutzer. Viele Mobilitätseingeschränkte oder ältere Personen sind auf den Pkw und einen Parkplatz nah am Geschäft oder an der Fußgängerzone angewiesen. Auch für schnelle und spontane Erledigungen oder eine längere Anreise ist der Pkw für viele das beste Transportmittel. Auch diese Kunden sind für den Umsatz des Einzelhändlers wichtig und entscheiden über seinen Erfolg. Fallen für diese Kunden Parkmöglichkeiten ersatzlos weg, besuchen sie die Geschäfte möglicherweise nicht mehr. Auch Handwerksbetriebe oder sonstige Unternehmen, die auf Kfz angewiesen sind, benötigen Parkmöglichkeiten. Müssen sie zu lange nach einem Parkplatz suchen, steigt unter Umständen die Anfahrtspauschale oder es können Aufträge abgelehnt werden. Handwerker können, während sie im Stau stehen, nicht arbeiten, werden aber weiterhin von ihren Arbeitgebern bezahlt, was für die Betriebe einen Verlust bedeutet. Aus den genannten Gründen setzt sich Vorfahrt Vernunft für den Erhalt von Parkmöglichkeiten ein. Fallen Parkplätze weg, steigt der Parkdruck und es müssen Alternativen in der Nähe geschaffen werden. Die hierfür vorgesehenen Quartiersgaragen sind bisher nicht umgesetzt.

  • Sonderparken für Handwerker und Dienstleister ermöglichen

    Handwerker und soziale Dienste können mit Handwerkerparkausweisen im öffentlichen Raum auch an Orten mit Parkscheiben- und Parkscheinpflicht parken. Die Maßnahmen der Verkehrswende wirken sich jedoch grundsätzlich auf die Anzahl von Parkflächen im öffentlichen Raum aus. In Bonn wird in einzelnen Straßen ein Großteil der Parkplätze wegfallen. Der Handwerkerparkausweis verliert damit an Nutzen, weil durch den Wegfall von Parkraum ein hoher Parkdruck in diesen Gebieten entsteht. Parkplätze werden zur Mangelware, da angekündigte Quartiersgaragen bisher nicht umgesetzt wurden. Vorfahrt Vernunft spricht sich daher für die Einrichtung von Sonderparkflächen für Handwerker und Dienstleister aus. Diese Plätze sollten nur für die Wirtschaft vorgesehen sein und müssten durch die zuständige Ordnungsbehörde kontrolliert werden. Sonderparkflächen stellen somit eine wichtige Ergänzung zu den Liefer- und Ladezonen dar.

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Bonn bewegen

Bonn, es ist Zeit, die Initiative zu ergreifen und für Vernunft im Verkehr zu sorgen. Staus, Baustellen, Verzögerungen und Parkplatzprobleme – diese täglichen Herausforderungen kennen wir alle. Seien Sie ein Teil der Veränderung und Gestalten Sie aktiv mit. Laden Sie Bilder von Ihren täglichen Herausforderungen im Verkehr auf unserer Webseite hoch. Machen Sie das Problem sichtbar. Unser Ziel ist es, die Verkehrssituation für Unternehmen vor Ort zu verbessern. Unser Ansatz: gute Verkehrspolitik wird am besten dialogorientiert und ideologiefrei gemacht. Nehmen Sie jetzt aktiv an der Gestaltung unserer Verkehrszukunft teil.

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