Baustellen
besser
managen!

Ja zur Bonner Verkehrswende,
aber durchdacht.

Aktuelle Verkehrskarte

Baustellen abstimmen

Vorfahrt Vernunft spricht sich für den Erhalt, den Ausbau und die Instandhaltung von Verkehrswegen aus, um den Verkehrsfluss unterschiedlicher Verkehrsmittel aufrechtzuerhalten und einen effizienten Wirtschaftsverkehr zu gewährleisten. Zwangsläufig geht dies mit Baustellen einher, die wiederum zeitweise den Verkehrsfluss auf den betroffenen Strecken einschränken. Im Gegensatz zu Staus, Unwetterschäden und Unfällen sind die bauwerksbedingten Einschränkungen planbar. Der Umfang der Arbeiten, der Zeitraum, die Auswirkungen auf den Verkehr sowie die Überschneidung mit parallelen Einschränkungen sollten deshalb berücksichtigt werden.

Das sagen die Betroffenen

Unsere Kunden kommen 30 bis 40 Minuten zu spät, weil sie im Stau stecken!

Belgin Özdemir

Friseursalon Belgin Özdemir, Bonn

Meistens ist das so, dass die Kunden zu ihren Terminen mehr als 30-40 Minuten zu spät kommen, weil sie zu lange im Stau stecken. Nachmittags nach Bonn reinzufahren ist einfach nicht möglich. Bonn hat viel mehr zu bieten als das Verkehrschaos. Deswegen sollten wir in die Richtung, dass Bonn für alle attraktiv bleibt. Dass die Leute zu uns wollen, nicht woanders hin. Klar muss sich etwas ändern. Auch Radwege brauchen wir, auch Fußgängerbereiche und auch frische und saubere Luft – aber es muss durchdacht sein.

Baustellen müssen sein, warum alle auf einmal?

Roger Eggemann 

Spedition Mathias Düren, Bonn

Ich bin sehr oft für unsere Spedition im Bonner Raum und im Rhein-Sieg-Kreis unterwegs – zumindest versuche ich es. Mittlerweile fahre ich morgens viel früher los als sonst, um einigermaßen pünktlich bei unseren Kunden anzukommen. Im Stau auf der A562 stehe ich täglich. Die vielen Baustellen in Bonn sind der absolute Wahnsinn. Mit dem Lkw kommen wir da kaum durch, so dass wir fast nur noch mit dem Kleintransporter ausliefern. Dadurch sind dann aber zusätzliche Fahrten notwendig.

Wir brauchen in Bonn ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen allen Verkehrsteilnehmern.

Thomas Radermacher

Kreishandwerksmeister Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg

Die Kampagne Vorfahrt Vernunft steht dafür, die Verkehrswende mit Vernunft und Blick für die Realitäten durchzuführen. Das Auto ist und bleibt ein unverzichtbares Verkehrsmittel, insbesondere für unsere Unternehmen und wir brauchen ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen allen Verkehrsteilnehmern. Es ist furchtbar nervig, nach Bonn zu fahren und täglich viel Zeit damit zu verbringen, im Stau zu stehen. Wir verschwenden jeden Tag 2-3 Stunden pro Mitarbeiter im Stau. Das ist nicht nur lästig, sondern auch teuer.

Nicht parken können und dazu der Bonner Verkehr – echte Pflegefälle.

Katharina Kierat 

Bonner Pflegedienst , Bonn

Ohne die Fahrt mit dem Auto ist meine Arbeit unmöglich. Ich bin täglich mit dem Fahrzeug unterwegs, um mich um meine Pflegebedürftigen zu kümmern. Pflege passiert an 365 Tagen im Jahr. Es ist fast unmöglich, die ohnehin schon viel zu kurz bemessene Zeit für die Pflege zu nutzen. Selbst ein Kurzbesuch zur Verabreichung von Medikamenten oder für eine Insulinspritze wird zum Problem. Auch hierfür muss ich mein Auto irgendwo legal abstellen können. Und um beim nächsten Patienten halbwegs pünktlich zu erscheinen, muss ich mich wieder beeilen, und der Stress geht wieder von vorne los. Ich versorge Menschen, die sich auf mich verlassen müssen. Die Verkehrslage macht dies nahezu unmöglich.

Die Verkehrsprobleme in Bonn haben direkte Auswirkungen auf die Gesundheits­versorgung.

Julia Flörken

Inhaberin Privatpraxis für Physiotherapie, Bonn

Patienten kommen nicht mehr in unsere Praxis, da sie die zeitlichen Verzögerungen nicht mehr in Kauf nehmen möchten. Der wirtschaftliche Schaden für unsere Praxis und damit auch für die auf Gewerbesteuereinnahmen angewiesene Bundesstadt Bonn ist derzeit nicht absehbar. Die Abschaffung von Parkplätzen in der Südstadt und anderorts in Bonn verschärft diese Situation zusätzlich. Für Hausbesuche finden wir keine wirtschaftlich tragbare Lösung mehr, da unser Team unentgeltlich eine nicht zu kalkulierende Fahrzeit absolvieren müsste. Als Gesundheitsunternehmen fragen wir uns, wie eine Verkehrspolitik, die zu ständigen Staus und Verkehrsstörungen führt, dem Klimaschutz und der Gesundheit der Menschen dient.

Weniger Ladezonen bringen nichts. Erst recht keine Getränke!

Michael Küster

Getränkeservice Vendel, Bonn

Wir sind mit unserem Getränke-Lieferservice täglich in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis unterwegs. Die Fahrt mit dem Transporter und Lkw ist ein wichtiger Bestandteil unseres Berufs. Nicht nur, dass wir durch den ewigen Stau und die vielen Baustellen viel zu spät bei unseren Kunden ankommen. Auch die nicht vorhandenen Ladezonen erschweren die Anlieferung extrem. Oft werde ich aufgefordert, wegzufahren, auch wenn ich gerade 30 Kästen ausladen muss. Besonders in der Maxstraße, in der Kölnstraße oder der Bornheimer Straße ist es schlimm. Aber auch in vielen anderen Straßen.

Die aktuellen Verkehrsbedingungen führen zu höheren Kosten, die wir nicht auf die Kunden umlegen können.

Richard Schmitz

Inhaber Schmitz Baukunst GmbH, Großhandel Parkett und Bodenbeläge, Bonn

Wir sind täglich mit unseren Fahrzeugen in Bonn und dem Rheinland unterwegs. Die Fahrten innerhalb der Stadt Bonn sind für unsere Fahrer eine Zumutung geworden und bedeuten in erster Linie eine deutliche Zunahme an Stress am Arbeitsplatz. Niemand, dessen Beruf es ist, Ware termingerecht vom Betrieb zum Kunden zu transportieren, möchte für eine Strecke von 4 km mehr als 30 Minuten benötigen. Anlieferungen mit festgelegten Uhrzeiten wurden zum Ärger unserer Kunden gänzlich eingestellt. Verlässliche Lieferzeiten konnten trotz Einsatz von modernen Routenplanern nicht mehr gewährleistet werden. Die daraus resultierenden Mehrkosten können wir nicht einfach auf die Preise aufschlagen. Die Transportkosten können nicht an die verschlechterten Voraussetzungen gekoppelt werden, ohne massiv an Kunden und Umsatz zu verlieren.

Wir brauchen eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Politik und allen Beteiligten.

Bernd Rott

Stadtbrotbäcker Rott GmbH, Bonn

Als Vertreter des Handwerks fordere ich, dass unsere Stimmen gehört werden. Wir benötigen angemessene Parkmöglichkeiten vor Ort, um effizient arbeiten zu können. In den letzten Gesprächen mit der Stadt wurde die Möglichkeit eingeräumt, mehr Wirtschaftsparkplätze zu schaffen, jedoch ist die aktuelle Anzahl nicht ausreichend. Es bedarf weiterer Maßnahmen, um die Attraktivität der Innenstadt zu steigern und sicherzustellen, dass Kunden gerne vor Ort einkaufen. Die Politik muss mehr tun, um diese Bedürfnisse zu erfüllen und ein positives Umfeld für Unternehmen und Kunden zu schaffen, denn Bonn ist eine absolut lebenswerte Stadt.

Die täglichen Staus sind für mich Arbeitszeit, die keiner bezahlt.

Michael Linde 

Zimmerei Linde , Bonn

Ich bin täglich zu unseren Kunden unterwegs, oft mit schwerem Gerät. Ein reibungsloser Verkehr wäre toll, ist aber leider nie möglich. Die vielen Staus in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis verursachen nicht nur zeitliche Probleme, sondern auch höhere Fahrt- und Logistikkosten, die wir am Ende auf den Kunden umlegen müssen. Ich überlege mittlerweile schon, ob ich überhaupt noch Kundschaft in Richtung Meckenheim annehmen soll, weil der Verkehr dorthin eine einzige Katastrophe ist. Das größte Problem ist in meinen Augen die schlechte Koordination aller Baumaßnahmen.

Testergebnis schon jetzt mangelhaft: Staus und fehlende Ladezonen auf der Adenauerallee

Michael Salgert

Inhaber HiFi Linzbach GmbH, Bonn (Adenauerallee)

Entgegen unserer Bitte haben wir keine Ladezone vor unserem Betrieb bekommen. Bei der Anlieferung von Ware entstehen erhebliche Verkehrsbehinderungen. Lieferanten erzeugen notgedrungen weitläufigen Stau. Das wird zum Problem für Verkehrsteilnehmer und ganz Bonn.
Meine Kunden geben mir schon nach wenigen Wochen des Testbetriebs reihenweise das Feedback, dass sie bei dieser Verkehrssituation nicht mehr kommen wollen. Ich bin selber Anwohner und Fahrradfahrer. Am ärgerlichsten ist für mich, dass es für mich als Fahrradfahrer sehr gut erschlossene und ausgebaute Fahrradwege am Rheinufer und der Kaiserstraße gibt. Es ist mir unverständlich, warum meine Firmenexistenz aufs Spiel gesetzt wird für einen alternativen Weg, der mehr als unnötig erscheint.

Mehr Handwerker­parkplätze für Bonn

Guido Odenthal

SHK-Betrieb "Odenthal Haustechnik GmbH", Siegburg

Insbesondere zu Stoßzeiten stehen wir oft im Stau, was nicht nur Zeit kostet, sondern auch unsere Planung und Effizienz beeinträchtigt. Es kommt sogar vor, dass ich zu bestimmten Uhrzeiten erst gar nicht in die Stadt fahre, um Zeit und Stress zu sparen. Es ist unerlässlich, dass die Stadt mehr Handwerkerparkplätze zur Verfügung stellt. Unsere Kunden erwarten eine schnelle und effiziente Dienstleistung, die durch lange Fußwege zum Parkhaus oder Transportprobleme mit Werkzeugen und Materialien beeinträchtigt wird. Alle Einsätze mit dem Lastenrad abzudecken, ist unrealistisch. Ich wünsche mir eine Verkehrspolitik, die ein Nebeneinander von verschiedenen Verkehrsteilnehmern ermöglicht.

Unsere Forderungen:

  • Baumaßnahmen räumlich und zeitlich aufeinander abstimmen

    50 Prozent der befragten Unternehmen sind der Meinung, dass die Baumaßnahmen in Bonn schlecht abgestimmt und deshalb ein Hauptfaktor für den eingeschränkten Verkehrsfluss sind. Beispiele sind die Sanierungen des Koblenzer Tors oder der Bornheimer Straße, die sich maßgeblich auf das Verkehrsgeschehen in der Stadt Bonn, aber auch in angrenzenden Kommunen ausgewirkt haben. Notwendige Baumaßnahmen sollen möglichst schnell umgesetzt werden, um die Leistungsfähigkeit der Verkehrswege aufrechtzuerhalten und einen Sanierungsstau zu verhindern. Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass jede Baustelle mit verkehrsbedingten Einschränkungen einhergeht, die zu Kapazitätsengpässen auf den betroffenen Strecken führen kann. Aus diesem Grund sind die Baumaßnahmen räumlich und zeitlich aufeinander abzustimmen, insbesondere bei umfangreichen und zeitintensiven Baumaßnahmen auf Hauptverkehrsstrecken. Diese Großprojekte sollten unbedingt mit Bund- und Länderprojekten wie beispielsweise den Ersatzneubauten „Endenicher Ei“ oder „Tausendfüßler“ abgestimmt werden. Neben der Koordination von Baustellen sollten die Auswirkungen auf den Verkehr so gering und zeitlich so kurz wie möglich gehalten werden. Planungs- und baubedingte Verzögerungen sind insbesondere zu vermeiden, wenn es hierdurch zu Fahrverboten für schwere Fahrzeuge oder Streckensperrungen kommt. Jede Baustelle sollte durch ein effizientes Baustellenmanagement begleitet werden, in dem neben den Baulastträgern, als Verantwortliche der Baumaßnahme, auch Vertreter der Wirtschaft mitwirken. Eine frühzeitige Kommunikation der Baumaßnahmen gegenüber den Betroffenen ist notwendig. Um die genannten Ziele zu erreichen, ist es vor allem wichtig, dass ausreichende finanzielle und personelle Ressourcen für die Baulastträger vorgehalten werden.

  • Umleitungen einrichten und frühzeitig informieren

    Baustellen schränken die Erreichbarkeit und Befahrbarkeit von Strecken ein, sie können sich daher massiv auf den Verkehrsfluss und die Zuverlässigkeit des Wirtschaftsverkehrs auswirken. Teilweise werden für verspätete Lieferungen Vertragsstrafen ausgesprochen, auch wenn das Unternehmen den Verkehrsfluss nicht beeinflussen kann. Vorfahrt Vernunft sieht die Notwendigkeit von Baumaßnahmen, damit das Netz instandgehalten und ausgebaut werden kann. Gleichwohl ist dafür Sorge zu tragen, dass die Auswirkungen auf den Wirtschaftsverkehr so gering wie möglich ausfallen. Bei Speditionen, Handwerkern und Dienstleistern gibt es oft keine Alternative zur Nutzung des Pkw oder Lkw. Die Verkehre sind nicht verlagerbar. Daher ist es notwendig, dass Baulastträger sich schon frühzeitig Gedanken über Umleitungen machen und diese zeitnah über alle Medien kommunizieren. Die Umleitungen sollten für die Verkehrsmenge ausreichend dimensioniert sein und die Befahrbarkeit für große und schwere Fahrzeuge gewährleistet werden. Damit dies auch zukünftig noch funktionieren kann, sollte die Netzresilienz auch im kommunalen Netz im Fokus bleiben. Viele aktuell durchgeführte Maßnahmen der Verkehrswende verringern diese Resilienz durch Durchfahrtsbeschränkungen. Im Falle einer Großbaustelle stehen dann nicht genügend Ausweichkapazitäten zur Verfügung, der Verkehrsfluss verschlechtert sich, es entsteht Stau und kommt zu Verzögerungen.

  • Erreichbarkeit von Gewerbestandorten gewährleisten

    Baumaßnahmen in unmittelbarer Nähe zu Unternehmensstandorten können die Erreichbarkeit der Betriebe stark einschränken, besonders wenn sich das Unternehmen mitten in der Baustelle befindet. Umfahrungen sind dann nicht mehr möglich, als Folge wird das Unternehmen vom Verkehr abgeschnitten. Damit auch während der Baustellentätigkeit Kunden und Lieferanten den Standort erreichen und die betriebliche Mobilität, wozu auch der Pendelverkehr zählt, des betroffenen Unternehmens funktioniert, sollen bei der Einrichtung der Baustelle die Belange der Betriebe berücksichtigt werden. Geschieht dies nicht, sind Arbeitsplätze und damit letztlich die Existenz des Unternehmens gefährdet. Eine Mitsprache der Unternehmen bei der Baustelleneinrichtung ist daher erforderlich.

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Bonn, es ist Zeit, die Initiative zu ergreifen und für Vernunft im Verkehr zu sorgen. Staus, Baustellen, Verzögerungen und Parkplatzprobleme – diese täglichen Herausforderungen kennen wir alle. Seien Sie ein Teil der Veränderung und Gestalten Sie aktiv mit. Laden Sie Bilder von Ihren täglichen Herausforderungen im Verkehr auf unserer Webseite hoch. Machen Sie das Problem sichtbar. Unser Ziel ist es, die Verkehrssituation für Unternehmen vor Ort zu verbessern. Unser Ansatz: gute Verkehrspolitik wird am besten dialogorientiert und ideologiefrei gemacht. Nehmen Sie jetzt aktiv an der Gestaltung unserer Verkehrszukunft teil.

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